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Daniel Barben neuer Professor für Technik- und Wissenschaftsforschung (1.1.2014)

Mit 1. Jänner 2014 trat der Soziologe und Politikwissenschaftler Daniel Barben  die Universitätsprofessur für Technik- und Wissenschaftsforschung am STS – Institute of Science and Technology Studies (Klagenfurt und Graz) an.

Thematische Schwerpunkte seiner Arbeit ergeben sich aus den erworbenen Kompetenzen in der Erforschung der Interdependenzen zwischen wissenschaftlich-technischem und gesellschaftlichem Wandel, deren Voraussetzungen, Vollzugsformen und Folgen.

Die gesellschaftliche Konfiguration von Wissenschaft und Technik untersuchte Daniel Barben empirisch bislang einerseits in Bezug auf sogenannte neue Technologien, vor allem Biotechnologie und Nanotechnologie sowie deren „Konvergenz“ mit Informationstechnologie und Neurotechnologie, andererseits zunehmend auch in Bezug auf Infrastrukturtechnologien, insbesondere die Energieversorgung sowie Stadtentwicklung und Gebäudebau. Dabei interessieren ihn besonders Funktionszusammenhänge der Innovation (z. B. Generierung neuer Produkte und Verfahren; Forschungs- und Technologiepolitik; Unternehmensstrategien), der Sicherheits- und Risikoregulierung (z. B. gegenüber Gefährdungen von Gesundheit und Umwelt, Datenschutz und Persönlichkeitsrechten), der geistigen Eigentumsrechte (insbesondere Patentierung), der Ethik (z.B. als gesetzliche, organisatorische oder individuelle moralische Normen) und der Akzeptanzpolitik (z.B. öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft und Technik). Um Veränderungen in der Strukturierung gesellschaftlicher Prozesse Rechnung zu tragen, werden Technik und Wissenschaft in Bezug auf die „horizontalen“ und „vertikalen“ Differenzierungsformen von Gesellschaft untersucht, wie sie sich etwa im Verhältnis zwischen Wirtschaft, Politik und Recht oder im Verhältnis zwischen lokaler, regionaler, nationaler, supra- und internationaler Ebene geltend machen. Einen großen Stellenwert nehmen gesellschaftliche bzw. globale Herausforderungen ein, bislang vor allem in Bezug auf Gesundheit, Ernährung, Umweltschutz sowie den demographischen und Klimawandel.

Die Perspektive der Nachhaltigkeit bietet vielversprechende Perspektiven, tragfähige Ansätze in Forschung und gesellschaftlicher Praxis zu entwickeln, die inter- und transdisziplinär leistungsfähig sind. Deshalb wird sich Daniel Barben im fachübergreifenden Forschungscluster Nachhaltigkeit engagieren, außerdem sieht er mögliche Verbindungen zu weiteren Forschungsclustern der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, die gegebenenfalls entwickelt werden können.

Aufgrund der erwähnten Forschungsorientierungen plant er, sich an Forschungsverbünden im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 zu beteiligen. Dieses bietet überhaupt – wie z. B. die Konferenz „Horizons for Social Sciences and Humanities“ im September 2013 in Vilnius deutlich machte – für die IFF vielversprechende Möglichkeiten der internationalen Forschungszusammenarbeit und Profilierung.

Daniel Barben ist Mitglied des Teams von Principal Investigators, die bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das Schwerpunktprogramm 1689 zum Thema „Climate Engineering: Risks, Challenges, and Opportunities?“ (1. Phase 2013-2016) eingeworben haben. Sein Einzelprojekt „How to Meet a Global Challenge? Climate Engineering at the Science-Policy Nexus: Contested Understandings of Responsible Research and Governance“ (beantragt zusammen mit der Linguistin Prof. Nina Janich, TU Darmstadt) wird zum 1.1.2014 von der RWTH Aachen an die Alpen-Adria-Universität übertragen und hier vom Doktoranden Nils Matzner bearbeitet.

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