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Engagierte BürgerInnen sind energiesensibel (29.11.2011)

„Bürgerschaftliche Initiativen für nachhaltige Energie zeigen Wirkung“, berichtet Anna Schreuer, Leiterin des Forschungsprojektes, BENE – Bürgerengagement für nachhaltige Energie’, das vom IFZ, Grazer Standort der AAU Klagenfurt, in Zusammenarbeit mit SERI, koordiniert wird.

In Kooperation mit SERI – Sustainable Europe Research Institute wird untersucht, wie bürgerschaftliches Engagement entsteht und welche Rahmenbedingungen es fördern. Im Fokus der Untersuchung stehen die Ökostrombörse und die Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen der AEE Vorarlberg sowie die Aktivitäten der Ökoregion Kaindorf.

© sundstrom/SXC

Erste Ergebnisse zeigen, dass Personen, die sich an den Initiativen aktiv beteiligen, energiesensibler agieren als der österreichische Durchschnitt. Sie stellen z.B. ihre Heizanlage auf erneuerbare Energie um oder achten bei elektrischen Geräten verstärkt auf die Vermeidung von Standby-Verbrauch. Allerdings gibt es strukturelle Einschränkungen: „Wer am Land wohnt, kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln meist nicht aus und die dort üblichen Einfamilienhäuser brauchen mehr Heizenergie. Daher konnte in Summe kein geringerer Gesamtenergiebedarf pro Kopf festgestellt werden“, erklärt Lisa Bohunovsky vom SERI.

Soziales Miteinander fördert Energiebewusstsein

Die untersuchten Initiativen wirken sich nicht in gleicher Weise auf das Energieverbrauchsverhalten aus. Bei der Ökoregion Kaindorf investieren die beteiligten BürgerInnen vor allem ihre Freizeit, das soziale Miteinander steht im Vordergrund. „Die Zusammenarbeit in der Gruppe hilft, eigene Verhaltensroutinen zu hinterfragen und beim Energieverbrauch sensibler zu werden“, so Schreuer.

Bei der Ökostrombörse geht es um eine Mehrzahlung für Ökostrom, wodurch vor allem Personen erreicht werden, die bereits für Energie- und Umweltthemen sensibilisiert sind. „Das bedeutet allerdings nicht, dass solche Initiativen weniger bewirken, denn sie bieten sensibilisierten Personen einen Baustein, mit dem sie ihr Streben nach einem nachhaltigen Lebensstil in der Praxis umsetzen können“, stellt Schreuer klar.

Was motiviert Menschen sich zu beteiligen?

Wichtig ist, dass Initiativen gegenüber allen interessierten Personen offen sind. Ebenso förderlich ist das Vorhandensein einzelner besonders engagierter Einzelpersonen sowie ein gutes Management, damit Ideen tatsächlich umgesetzt werden. Was den Einzelnen dazu motiviert sich zu beteiligen, kann sehr unterschiedlich sein, so kann persönliche Weiterentwicklung oder das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund stehen, ebenso wie der Wunsch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten oder ökonomische Überlegungen, wie zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Weitere Informationen: www.bene-projekt.at

Download:
Bericht: Befragung energiesensibler Haushalte

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