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Gegenwind gegen die saubere Energie (03.04.2012)

Quelle: Der Standard, 6 März 2012

Erneuerbare Energie ist eine feine Sache - wenn sie nicht gerade vor der eigenen Haustür gewonnen wird: Grazer Nachhaltigkeitsforscher untersuchen soziale Verträglichkeit

Es sind gerade die Windräder, die wohl mit dem meisten Gegenwind konfrontiert sind. Immer wieder laufen Anwohner und Bürgerinitiativen Sturm gegen neue Bauprojekte. Das Hauptargument: Sie verschandeln die Landschaft.

Das ist etwas paradox: Denn von den meisten Menschen wird der Ausbau erneuerbarer Energiequellen als wichtige und dringende politische Aufgabe gesehen. Energie aus Sonne, Wind oder Wasser gilt als saubere und zukunftsweisende Alternative zu Erdöl, Kohle und Erdgas - darüber herrscht ein gesellschaftlicher Konsens wie sonst in kaum einem Bereich. Wenn es aber an die Umsetzung geht, wird die Sache schon etwas schwieriger: Ist der Windpark vom eigenen Garten aus zu sehen oder wehen von der nahen Biogasanlage die unfeinen Düfte durchs Küchenfenster, stößt die Akzeptanz für eine an sich gute Sache sehr schnell an ihre Grenzen.

"Letztlich steckt in uns allen ein Nimby - ein sogenannter Not In My Back Yard", ist Jürgen Suschek-Berger vom Interuniversitären Forschungszentrum Graz (IFZ) überzeugt. Wohl wahr - aber ist das nicht oft eine völlig gerechtfertigte Reaktion, wenn jemand seine Lebensqualität gefährdet sieht? "Natürlich! Als Nachhaltigkeitsforscher haben wir uns deshalb die Frage gestellt, ob alles Umweltfreundliche automatisch auch gut für die gesamte Gesellschaft ist", sagt Gudrun Lettmayer von der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. "Tatsächlich gibt es auch bei neuen und sauberen Technologien Gewinner und Verlierer." Aus diesem Grund haben sich die beiden Forscher in ihrem Projekt "Sonah", das im Rahmen des Programms Energiesysteme der Zukunft vom Infrastrukturministerium finanziert wird, mit dem oft unterschätzten Problem der sozialen Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit erneuerbarer Energie beschäftigt.

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Weitere Informationen zum Projekt SONAH: www.sonah.at

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