Sie befinden sich hier: Home / News-Archiv / Lebensmittelversorgung in der Krise? (12.05.2011)

Lebensmittelversorgung in der Krise? (12.05.2011)

Kurzkettige, regionale Versorgung als Alternative

© Anna Korzensky

Lebensmittelskandale, Auswirkungen industrieller Produktionsprozesse auf Klima, Boden, Biodiversität und Gesundheit, schwindende Einkommensmöglichkeiten in der kleinbäuerlichen Land- wirtschaft – die Nachhaltigkeit industrieller und globaler Nahrungsmittelproduktion und -vermarktung ist in mancherlei Hinsicht fragwürdig.



Lösungsansätze, die mehr Nachhaltigkeit in Lebensmittelproduktion und -konsum versprechen, sind sogenannte „Alternative Agro-Food Networks“. Das Forschungsprojekt FAAN – Facilitating Alternative Agro-food Networks untersuchte welche politischen, sozialen und ökonomischen Faktoren ausschlaggebend sind, damit solche Netzwerke zustande kommen und sich weiter entwickeln.

Die Besonderheit des Projektes lag im Ansatz des „Co-operative Research.“ VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen beteiligten sich aktiv an der Forschung. Bauern/Bäuerinnen, BeraterInnen und PolitikerInnen wurden über Interviews, Fokusgruppen und Szenarien-Workshops einbezogen. Damit konnten praxisrelevante Ergebnisse sichergestellt werden.

Alternativen brauchen flexiblere Rahmenbedingungen

© Anna Korzensky

FAAN untersuchte Fallstudien in Österreich, Ungarn, Polen, Frankreich und Großbritannien, die sich vom Mainstream dadurch unterscheiden, dass sie:

  • oft in regionale und lokale Wirtschaftskreisläufe eingebettet sind und soziale Fairness in den Vordergrund stellen.
  • stärker auf Solidarität und sozialen Beziehungen basieren.
  • Orte der Produktion und des Konsums einander sowohl sozial, als auch geographisch wieder näher bringen.
  • ein verstärktes Augenmerk auf die Qualität von Nahrungsmitteln legen, die die gesamte Versorgungskette betreffen (z. B. nachhaltige Produktion, besondere Verarbeitungsmethoden, kurze Transportwege).
  • Transparenz und faire Bedingungen für alle Beteiligten entlang der Versorgungskette sicherstellen.

Schwierige Rahmenbedingungen erschweren die Entwicklung solcher Netzwerke. Ein Beispiel sind Hygienevorschriften, die eine Vielzahl strikter Auflagen beinhalten, die oft mit dem Schutz der KonsumentInnen legitimiert werden und unverhältnismäßige Investitionskosten erfordern. Als Vergleichsmaßstab dient industrielle Nahrungsmittelerzeugung, die aber mit bäuerlicher und kleingewerblicher Produktion nicht vergleichbar ist. Um eine kleinteilige Lebensmittelversorgung für regionale Märkte zu unterstützen, müssten vorhandene Spielräume in der Auslegung der EU-Richtlinien zugunsten von bäuerlicher Landwirtschaft und Kleinunternehmen genutzt und adäquate Ausnahmeregelungen getroffen werden.


Die Ergebnisse im Detail: www.faanweb.eu

Download Booklet:

 

 

Instagram