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TO BE PUBLISHED (18.11.2013)

TO BE PUBLISHED - NachwuchswissenschafterInnen der Geschlechterstudien präsentieren neueste Forschungsergebnisse

Die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien, Frauenforschung und Frauenförderung , das Institut für Soziologie - Forschungsschwerpunkt Geschlechtersoziologie , sowie das IFZ - der Grazer Standort des Instituts für Technik- und Wissenschaftsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt luden am 26.11.2013 im Zentrum für Weiterbildung (Harrachgasse 23/2) wieder zur Veranstaltungreihe TO BE PUBLISHED ein.

Zeit: Dienstag, 26. November 2013, 18:15 - 20:15 Uhr
Ort: Universität Graz, Zentrum für Weiterbildung, Harrachgasse 23/2, Lift im Durchgang
Kontakt: Ilse Wieser, ilse.wieser@uni-graz.at , 0316/380-1020

THEMA: HERSTELLUNG VON GESCHLECHT UND ÜBERSCHREITUNG DER GESCHLECHTERGRENZEN

Irina Wünscher: „Die Herstellung von Geschlecht im Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen“ (Begutachterin Univ.-Prof.in Dr. Angelika Wetterer)
Im Konzept des "doing gender" wird das Geschlecht einer Person nicht mehr als ein Merkmal dieser verstanden, sondern als etwas, das erst im sozialen Prozess hergestellt wird. Dafür bedarf es der Interaktion, in der das Zusammenspiel von Geschlechtsdarstellung durch die DarstellerInnen und die Geschlechtsattribution durch die BetrachterInnen entscheidend ist. In diesem Konzept spielt sowohl in der Geschlechtsdarstellung, als auch in der Geschlechtsattribution das Visuelle eine entscheidende Rolle. Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf dieses Konzept und hinterfragt, wie es mit der Perspektive auf blinde und sehbehinderte Personen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zur visuellen Wahrnehmung haben, anzuwenden ist. Es wird diskutiert, ob sie eine Geschlechtsattribution vornehmen, und welche Bedeutung ihr Äußeres und die eigene Darstellung für sie hat. Dafür wurden im Rahmen der qualitativen Erhebung 13 Leitfaden-Interviews mit blinden und sehbehinderten Probanden und Probandinnen, sowie auch zwei Expertinnen-Interviews durchgeführt.

Eva Calvi: „Eine Überschreitung der Geschlechtergrenzen? Intersexualität in der ‚westlichen Gesellschaft’ zwischen konstruierter Nicht – Existenz, Pathologisierung und einem Aufbrechen des binären Geschlechtermodells aus gendertheoretischer Perspektive.“ (Begutachterin Ao.Univ.-Prof.in Dr. Karin Schmidlechner)

In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie Geschlechtlichkeit in ‚westlichen Gesellschaften’ – unter Differenzierung zwischen „sex“ und „gender“ – hergestellt bzw. konstruiert wird und welche Konsequenzen dies für Menschen mit in diesem Sinne uneindeutigem biologischen Geschlecht (sex), die dem hegemonialen binären Geschlechtermodell nicht Rechnung tragen und gegenwärtig als „Intersexuelle“ („Menschen zwischen den Geschlechtern“) tituliert werden, hat. Der theoretische, interdisziplinäre Zugang zur Thematik gründet sich
sowohl auf biomedizinischen, rechtlichen, sozialwissenschaftlichen, geschichtlichen, ethnographischen als auch auf gendertheoretischen Erkenntnissen und verschafft einen Einblick in die Praktiken und Ansichten des ‚westlichen Kulturkreises’ hinsichtlich des Managements von Intersexualität. Auf diese Weise wird die Kategorie Geschlecht als historisiert erkannt, was z.B. am Übergang vom „Ein – Geschlecht – Modell“ zum „Zwei –Geschlechter – Modell“ aufgezeigt wird, darüber hinaus wird der damit einhergehende Wandel der Betrachtung
und Behandlung von Intersexualität hin zur heutigen Problematisierung dieses Phänomens veranschaulicht.

Einladung als PDF

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