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Verleihung des Franz Voves-Innovationspreises an Birgit Hofstätter (20.12.2012)

20.12.2012

© Siegi Gallhofer






















Für ihre Abschlussarbeit „Representations of gender relations in Stephenie Meyer’s The Twilight Saga“ erhielt Birgit Hofstätter am 29.11.2012 vom BSA Steiermark den Franz Voves-Innovationspreis. Überreicht wurde die Auszeichnung in feierlichem Rahmen von Landesrätin Dr.in Bettina Vollath. In der Arbeit untersuchte Birgit Hofstätter die Darstellung von Geschlechter verhältnissen und Sexualitäten in den Filmen der Twilight Saga.

Ausgehend von der Forschungsfrage, was Jugendliche potenziell aus der „Twilight Saga“ über Geschlecht und Sexualität lernen könnten, werden die sozialen Beziehungen der Charaktere und die gesellschaftlichen Strukturen beleuchtet und aus der Perspektive einer Pädagogik der Vielfalt beurteilt. Zu den Ergebnissen: Die Geschichte rund um die Liebe eines 17-jährigen Mädchens zu einem Vampirjungen vermittelt eine heterosexuelle Norm, die ein traditionelles, also binäres und hierarchisches Geschlechterverhältnis strukturiert. Sämtliche Charaktere der Saga unterliegen dieser Norm, nicht-heterosexuelle Beziehungen erscheinen nur marginal und im Zusammenhang mit den Kontrahentinnen und Kontrahenten des Liebespaares. Zudem werden sowohl die Geschlechterbinarität als auch Heterosexualität biologisiert und somit als unveränderliche Gegebenheiten und Normen definiert. Des Weiteren zeigen die Ergebnisse, dass in der Saga Männlichkeit auf eine biologistische Weise mit Aggression verknüpft wird und in der Darstellung der Protagonistin eine freiwillige Unterordnung von Frauen gegenüber Männern propagiert wird. So werden beispielsweise Stalking wie auch physische und psychische Gewalt romantisiert und als selbstverständlicher Bestandteil einer Liebesbeziehung dargestellt.

© Siegi Gallhofer

Als problematisch erweisen sich diese Ergebnisse in Anbetracht des großen Erfolgs der Produktion bei Jugendlichen, denn es muss davon ausgegangen werden, dass sich besonders Fans mit den Charakteren bis zu einem gewissen Grad identifizieren und sich dadurch an stereotypen Rollenbildern orientieren. Die Arbeit wurde mit dem Ziel verfasst, die Ergebnisse für Lehrende, Eltern und Menschen in pädagogischen Tätigkeitsfeldern für eine kritische Medienbildung zugänglich zu machen. So können bei Kindern und Jugendlichen beliebte, jedoch problematische Medienproduktionen auf konstruktive Weise in die reflexive Auseinandersetzung mit Medien miteinbezogen werden.

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