Wandel durch Evaluation und Wandel der Evaluation

In einer von der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) organisierten Podiumsdiskussion wurde am 16. September 2021 diskutiert, welche Rolle Evaluationsforschung in Zeiten gesellschaftlicher Transformation einnehmen kann. Unsere Kollegin Anita Thaler wurde dazu vom Vorstand der DeGEval eingeladen, um mit Sandy Taut (Bayerisches Landesamt für Schule), Udo Kelle (Universität der Bundeswehr, Hamburg) und Ruppert Pichler (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), Wien) darüber zu diskutieren.

Anita Thaler verwies insbesondere auf die Rolle von Monitoring und Evaluation in Forschungsprojekten, die auf Strukturwandel abziehen, sei es in Richtung nachhaltiger Lebensmittelsysteme oder aber auch Gleichstellung in Wissenschaft und Forschung. Mithilfe einer begleitenden Evaluation könnten evidenzbasierte Anpassungen innerhalb der Projektlaufzeit vorgenommen und es müsse nicht bis zum nächsten Projekt gewartet werden, um lessons learned umzusetzen. Dies sei vor allem seit Eintreten der Covid-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Zusammenarbeit wichtig geworden.
Für die Evaluation der ab 2022 im Horizon Europe Forschungsförderungsprogramm der Europäischen Kommission geforderten Gleichstellungspläne erwartet sich Thaler eine entsprechende Evaluationsstrategie, die zur Umsetzung jedoch dringend mehr Evaluator*innen mit ausgewiesener Gender-Expertise braucht.